2022 Barrierefreiheit am Domplatz Meißen

TypPlanungAusführung
Objektplanung 2017 – 20212022
BauherrBausummeOrt
Stadt Meißen / SIB Dresden I290k / 150k € BruttoMeißen

Der Domplatz in Meißen ist der zentrale Platz auf dem Meißner Burgberg. Im Ergebnis eines Architektenwettbewerbes im Jahr 2007 wurde der Domplatz neugestaltet und mit überwiegend rötlich getöntem Natursteinpflaster befestigt. Das Pflaster wurde einheitlich bis an die Gebäudekanten heran verlegt.

Die Unebenheit des für Meißen charakteristischen Wildpflasters mit breiter Fugenausbildung schränkt die Mobilität einzelner Personengruppen auf dem Domplatz ein. Im Vorfeld der damaligen Neugestaltung wurden hinsichtlich der barrierearmen Nutzung verschiedene Versuche zur Glättung der Pflasteroberflächen durchgeführt. Im Ergebnis der Abwägung aller denkmalrechtlichen, archäologischen, gestalterischen und funktionalen Rahmenbedingungen wurde die realisierte Variante entwickelt. Erst im Laufe der Nutzung zeigten sich die Nachteile in Bezug auf Einschränkungen bei der Mobilität für Einzelne. Wiederholte Beschwerden Betroffener sowie Anfragen der Seniorenvertretung Meißen bewirkten, dass diese Ende 2016 neu diskutiert und eine planerische Untersuchung von Möglichkeiten einer Verbesserung beauftragt wurde.

Das Ergebnis dieser Untersuchung wurde im Rahmen eines Entwurfes vom Landschaftsarchitektur-Büro Grohmann dargestellt, in dem die Kombination mehrerer Lösungsansätze geplant wurde. Entlang der Gebäudekanten wurde der Gehweg aus Sandsteinplatten (schon um dem Dom herum vorhanden) weitergeführt, um eine glattere und leicht beroll- und begehbare Oberfläche zu schaffen. Am Bereich des Aufzuges, wo sich die einzige Zufahrt zum Platz befindet, wird die Oberkante der Straße angepasst, um die steilen Gefälle (in manchen Bereichen mehr als 9%) so weit wie möglich abzuflachen, um die Barrierefreiheit zu verbessern. Der dritte Lösungsansatz besteht darin, die Oberfläche der vorhandenen Pflastersteine nachzuarbeiten, sodass leicht begehbare Spuren am Platzbereich erstellt werden, und weder die denkmalgeschützten Natursteine ausgebaut werden müssen noch der archäologisch sensible Untergrund angefasst werden muss.

Die Gesamtplanung für den Domplatz wurde in 3 Bauabschnitte geteilt. Der erste Bauabschnitt umfasst die wichtigste Verbindung am Domplatz: vom Aufzug zum Museumseingang. Der Abschnitt wurde in Oktober 2021 ausgeschrieben und die Bauarbeiten wurden im März 2022 angefangen und im August 2022 fertiggestellt.

In dieser ersten Phase wurde der Platz am Aufzug und der Gehweg entlang des Kornhauses – beide aus Sandsteinplatten hergestellt. Das Pflaster an der Verbindung zwischen Kornhauskante und Museumseingang wurde in Loco geschliffen.

Mit der Gestaltung des Platzes am Aufzug wurde das Gefälle um 2% verbessert (von 9% auf 7%). Um zu vermeiden, dass der Platz befahren wird, wurde ein Höhenunterschied zwischen Platten- und Pflasterfläche von 7 cm realisiert, worauf mit Markierungsstreifen am Sandstein hingewiesen wird. Eine 4-stufige Treppe zur Tür hinter dem Kornhaus hat die Gefälleverbesserung ermöglicht. Die Barrierefreiheit wurde dadurch nicht behindert, da die Tür zum Panoramaweg unterhalb des Domplatzes durch eine lange Treppenanlage führt. Die neuhergestellte Treppe wurde ebenso mit Markierungsstreifen ausgestattet. Der Gehweg entlang des Kornhauses ist niveaugleich mit der Pflasterfläche, um keine Stolpergefahr für Fußgänger zu bilden. Bänke, Abfallbehälter und andere Ausstattungselemente wurden wieder eingebaut.

2020 Rektorat TU Dresden

TypPlanungAusführung
Objektplanung: historischer Garten2018 – 20192019 – 2020
BauherrBausumme (Brutto)Ort
TU Dresden
Dezernat 4, Sachgebiet 4.2
300.000,00 €Dresden

Der Entwurf für die Neugestaltung des Rektoratgartens begann als die Masterarbeit unserer Kollegin, Fr. Weßling, in 2017-2018. Der Auftrag für die Umsetzung des Entwurfes kam ein paar Monate nach Ihrem Abschluss zufällig zu unserem Büro, wo sie gerade angestellt wurde. Zusammen mit anderen Kollegen hat sie die Gelegenheit gehabt, die Ausführung der Planung zu begleiten.

Die neoklassizistische Villa des Rektorats, erbaut im Jahr 1925 als Korporationshaus der studentischen Sängerschaft Erato Dresden, beherbergt seit dem Jahr 2003 die Büros der Universitätsleitung und fungiert gleichfalls als Austragungsort von Veranstaltungen. Im Gegensatz zu dem eindrucksvollen Gebäude bot der Außenraum keine der Universitätsleitung und deren Repräsentationscharakter entsprechende Gestaltung.

Auf Wunsch des Rektorats sollte der ungenutzte Freiraum umgestaltet werden, wobei die benachbarte Villa der Graduiertenakademie in den Entwurf einbezogen werden sollte. Mit der Neugestaltung musste der repräsentativen Funktion des Rektorats ein adäquater Außenraum angedacht werden. Hauptaugenmerk lag dabei auf der Erschließung und Verbindung der beiden Grundstücke, der Erhaltung der vorhandenen Stellplätze und der Schaffung neuer Aufenthaltsbereiche.

Die Neugestaltung der beiden Grundstücke zeichnet sich durch eine geometrische Formensprache aus. Zunächst wurden die Überreste der einstigen Gestaltung aufgegriffen und erweitert.

Der Hauptzugang von der Mommsenstraße führt mit einem Knick auf den Eingang der Villa zu. Der Tordurchgang wird von den beiden Bestandsbäumen flankiert. Die Treppenanlage am Eingang wird weiterhin beidseitig durch ein halbrundes Pflanzbeet hervorgehoben. Zwei schmale Wege führen entlang der Pflanzflächen und erschließen den weiteren Garten. Die großzügige Rasenfläche nördliche der Villa wird durch Pflanzstreifen entlang der Einfriedung gerahmt. Eine Wegeverbindung führt westlich am Gebäude vorbei und läuft auf den einstigen Eckpavillon hinaus. Dieser soll als Sitzbereich wiederbelebt werden. Umgebende Pflanzflächen werten den Bereich optisch auf. Davon ausgehend verbindet ein Weg diesen Teil des Gartens mit der südlichen Gartenerweiterung der Terrasse. An dieser Stelle erschließt ein umrundender Weg die Treppenaufgänge der Terrasse sowie einen abseits gelegenen Sitzplatz.

Im Norder der Terrasse erstreckt sich der neu angedachte Veranstaltungsbereich bis in den östlichen Teil der Graduiertenakademie, bestehend aus einer großen Rasenfläche und befestigter Fläche zum Aufstellen von Ständen, Stehtischen etc. Zwischen der Terrasse und der Rektoratsvilla bleibt der befestigte Bereich erhalten.

Nördlich der Veranstaltungsfläche befinden sich die PKW-Stellplätze in kompakter Form. Um den Parkplatz möglichst aus dem Blickfeld zu bringen, ist dieser mit einer Hecke umgeben und zusätzlich mit drei Baumneupflanzungen abgeschirmt. Die Zufahrt erfolgt über das Flurstück der Mommsenstraße 7 und führt bis zur Rektoratsvilla. An dieser Zufahrt befinden sich weitere Fahrradstellplätze für die Graduiertenakademie sowie der zentrale Müllstellplatz.

Den Haupteingang der Graduiertenakademie wird durch ein an das Rektorat angelehntes halbrundes Beet beidseitig der Treppenanlage hervorheben. Vom Haupteingang der Graduiertenakademie führt zudem ein Weg parallel zur Gebäudekante östlich am Haus vorbei in den hinteren Gartenbereich. An diesem Weg sind zusätzliche Fahrradstellplätze untergebracht.

2020 Handwerkskammer

TypPlanungAusführung
Objektplanung: Bildung und Gewerbe2014 – 20172017 – 2020
BauherrBausumme (Brutto)Ort
Handwerkskammer Dresden1.900.000,00 €Dresden

Die Handwerkskammer Dresden (HWK) hat ihren Sitz im Norden von Dresden im ehemaligen Industriegelände „Am Lagerplatz 8“. Auf der gegenüberliegenden Seite ist auf einem ca. 20.500 m² großem Grundstück ein neues modernes Bildungszentrum mit einer Nutzfläche von 7.320 m² entstanden. Neben modernen Werkstätten und Lehrräume für die praktischen und theoretischen Ausbildung der Fachbereiche Gebäudetechnik, Metallbau und Schweißtechnik, beherbergt das Bildungszentrum unteranderem njumii – das Veranstaltungszentrum.

Die Frei- und Verkehrsflächengestaltung wurde durch das hochbauliche Konzept mit der vorgegebenen Gebäudeeinordnung und die Gegebenheiten des Grundstückes bestimmt, welches sich nach Norden hin stetig verjüngt.

Demnach gibt es drei wesentliche Teilbereiche, die einer differenzierten Gestaltung unterliegen:

  • Wirtschaftsbereich südlich vom Gebäude als in sich abgeschlossener Bereich ohne öffentliche Zuwegung,
  • Campusareal/ Vorplatz am Haupteingang nördlich vom Gebäude, öffentlich zugängig,
  • öffentliche Zufahrt und Parkplatz im Norden des Grundstückes

Auf der Nordseite des Gebäudekomplexes ist das Campusareal angeordnet, das in Verbindung mit dem Haupteingang gestalterische aufgewertet wurde und eine großzügige Zugangs- und Aufenthaltsfunktion bietet. Der Vorplatz selbst ist etwa 40×32 m groß. In der östlichen Hälfte ist eine Baumgruppe aus 6 Bäumen eingeordnet, unter denen drei extra lange Bänke (je 6 m lang) platziert wurden. Flankiert wird der Platz an 2 Seiten von einer Pflanzung aus Bodendeckern, Gräsern und Stauden, wodurch seine zentrale Bedeutung nochmals hervorgehoben wird. An den Vorplatz westlich angrenzend, damit noch im direkten Bezug zum Haupteingang, sind Stellplätze für Motor- und Fahrräder sowie einen Raucherunterstand angeordnet. Die öffentliche Zufahrt zum Gebäude erfolgt entsprechend der Lage des Haupteinganges von Norden her. Die Zufahrt von der Straße Am Lagerplatz ist so eingeordnet, dass sie in Höhe des bestehenden Hauptgebäudes der Handwerkskammer liegt. Damit ist eine eindeutige und gute Orientierung für alle Gäste der HWK gegeben. Die Zufahrtsstraße führt entlang der westlichen Grundstücksgrenze an einem kammartig angeordneten Parkplatz vorbei und erschließt auch den temporären Parkplatz, der auf dem Areal für das spätere Teilobjekt 3 angelegt wurde. Die Gleisanlagen wurden prinzipiell unter dem Bodenauftrag erhalten und mit Bodendeckern aufgewertet. Insgesamt entstanden auf dem Grundstück des Bildungszentrums ca. 2.800,00 m² Rasen- und Pflanzflächen sowie 30 Baumpflanzungen.

2019 Dorfplatz Bieberstein

TypPlanungAusführung
Objektplanung: öffentlicher Platz2016 – 20172018 – 2019
BauherrBausumme (Brutto)Ort
Gemeinde Reinsberg850.000,00 €Bieberstein

Im Ortsteil Bieberstein hat uns die Gemeinde Reinsberg mit der Gestaltung eines neuen Dorfplatzes, unter Berücksichtigung von verkehrsplanerischen als auch freiraumplanerischen Aspekten beauftragt. Zusammen mit dem Verkehrsingenieurbüro IBK Dresden GmbH hat das Büro Grohmann drei Entwurfsvarianten entwickelt und in einer öffentlichen Sondersitzung des technischen Ausschusses mit Plänen und 3D Visualisierungen vorgestellt. Die ausgewählte Variante teilt den Platz in drei Ebenen, die über eine langgestreckte Treppenanlage verbunden werden. Zur Abfangung der Höhenunterschiede wurden geschwungene Bruchsteinmauern geplant, die den im Dorf vorhandenen historischen Elementen entsprechen. Der obere Platzbereich ist mit Granitkleinpflaster befestigt und bietet die Möglichkeit der Aufstellfläche für „fliegende Händler“. Die mittlere Ebene wurde als Apfelbaumwiese gestaltet. Die untere Ebene, mit Granitkleinpflaster befestigt und durch die Dorflinde beschattet, bietet zwei Bänke und eine Schwengelpumpe als Gestaltungselemente.

2018 OBI Baumarkt und Gartencenter

TypPlanungAusführung
Objektplanung: Gewerbe20172017 – 2018
BauherrBausumme (Brutto)Ort
Newport Holding GmbH1.850.000,00 €Freiburg

Freiburg im Breisgau liegt im Südwesten Baden-Württembergs, an der Grenze zwischen Schwarzwald und Oberrheingraben. Im Gewerbegebiet Haid, im Westen von Freiburg, entstand auf einer Fläche von ca. 27.000,00 m² ein OBI Bau- und Heimwerkermarkt mit Gartencenter sowie 266 Stellplätze.

Durch die Anordnung von Grünbeete und Baumpflanzungen zwischen den Stellplätzen, wird dem zentralen Parkplatz vor dem OBI Baumarkt & Gartencenter einen grünen Charakter verliehen. Das Niederschlagswasser von Stellplatz-, Anlieferungs- und Dachflächen wird über Sedimentationsanlagen unterhalb der Stellplätze und Anlieferungsflächen zum einen einer Zisterne als Löschwasser und zum anderen über Rigolenkörper dem Grundwasser zugeführt.

2017 Vorplatz 135. Grundschule

TypPlanungAusführung
Objektplanung: Vorplatz Grundschule2016 – 20172017
BauherrBausumme (Brutto)Ort
Landeshauptstadt Dresden
Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft
100.000,00 €Dresden

Vom Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft der Landeshauptstadt Dresden wurde das Büro Grohmann mit der Umgestaltung des Vorplatzes der 135. Grundschule am Amelie-Dietrich-Platz in Gorbitz beauftragt.

Der Platz ist stark frequentiert, jedoch war er, auf Grund von Treppenanlagen, nicht barrierefrei. Die Aufgabenstellung des Amtes umfasste mehrere Wünsche der Stadt und der Nutzer, u.a. die Übersichtlichkeit des Platzes (Abbruch von größeren Sträuchern und Pflanzbeeten und Begrünung mit Rasen und Bodendecker), die Reduzierung der befestigten Flächen und die Erreichbarkeit durch eine Rampe.

Aus den drei entwickelten Vorentwurfsvarianten wurde die gewählt, die zusätzlich zu den Planungsprämissen auch ein Spielelement anbot, nämlich eine Murmelbahn. Den Entwurf überwindet den vorhandenen Höhenunterschied durch eine flache Rampe (ca. 4%) zwischen dem südlichen Zugang und der Zugangstreppen zum Schulgebäude. Entlang der Rampe läuft die gewundene Murmelbahn aus Klinkersteinen, mit Kurven die Findlinge umgehen.

Die Bahn endet in einer Spirale, wo sich ein kleiner Aufenthaltsbereich mit 3 Sitzkübeln bildet.

Unverändert blieb die künstlerisch gestaltete Brunnenanlage „Nasses Haus“ an der nördlichen Seite des Platzes. Der Brunnen wurde in die neue Gestaltung mit einer Sitzbankkombination integriert.